Schon läuft man wieder überall in Spinnweben hinein, wenn man in den Fahrradschuppen oder das Gartenhaus will. Es wird früher dunkel und die Nächte kühl.
Der Sommer geht.
Bald wird die Zeit sein für Rilkes unerreicht schönes Gedicht „Herbsttag„. Aber noch nicht jetzt.
Die Wäsche trocknet draußen an der Leine. Aus dem Freibad kreischt Übermut.
Nach den Erdbeeren die Kirschen. Melonen und Pfirsiche. Am Baum schon Pflaumen, deren Violett bald an Süße gewinnen wird.
Wespen immer.
Ruhe bewahren. Nicht nur, aber auch in der Liebe. Mit den Menschen. Und den Zeiten. Mit sich selbst. (Wenn das immer so einfach wäre.)
Hortensien strecken ihr Pink wie fröhliche Fäuste der Sonne hin, eine farbige Ansage an alles Düster und Grau.
Wir schneiden die Hecken.
Abends legt man sich gegenseitig wollene Tücher um die Schultern. Komm. Nimm.
Und noch ein Glas Rotwein.
Leben wie in Filmen. Manchmal ist das wirklich so.
Wir backen Quarkbrötchen. So lange sie warm sind, zerläuft der Käse auf ihnen. Schon von dem Duft aus der Küche könnte man leben.
Sie sind echte Künstler, diese Spinnen. Auch wenn man sie nicht in Schlafzimmern haben möchte. Ihre Netze sind ein Knüller. Das macht ihnen so schnell keiner nach.
Irgendwann geben die Wespen auf.
Und dann wird er gehen, der Sommer.
Ein paar Tage haben wir noch.

Mein Lieblingsartikel – er erinnert mich sehr an unsere Kursfeier im Spaetsommer 2014.
Liebe Gruesse nach Aurich.
Aurelian