Im Landeanflug …

 

… auf die Buchpremiere. Der Countdown läuft, und ich stelle mich einer anspruchsvollen Logistik.

Der Saxophonist und Sebastian an der Licht- und Tontechnik wollen die Struktur der bevorstehenden Lesung haben, um sich vorzubereiten.
Gläser, Sekt und Saft für 180 Leute sind bestellt und müssen abgeholt werden. So viele Menschen passen in den Güterschuppen, und wer weiß, ob er überhaupt voll wird, aber ich werde mir sicher hinterher nicht nachsagen lassen, es hätte nicht genügend Gläser für alle gegeben.
Tante Ami, die aus Schleswig-Holstein anreist, fragt, wo man, wenn man im Hotel eingecheckt hat, in Aurich noch was essen gehen kann. Papa fragt, ob man mich vor der Lesung zuhause erreicht. Christiane und Marie wollen am Samstag zum Frühstück kommen, und mein Ausbildungslehrer Rolf von vor zwanzig Jahren am Kant-Gymnasium in Münster schreibt eine E-Mail, das Hotel sei gebucht, seine Frau und er kämen. (Ich habe Rolf seit mindestens fünfzehn Jahren nicht gesehen und seine Frau überhaupt noch nie.)
Mein Sohn kündigt an, vielleicht ein bisschen zu spät zur Lesung zu kommen, denn der spätere Zug ist billiger als der frühere.
Ein Abiturient sagt mitten im Unterricht: „Frau Korte, ich hab‘ Sie in der Zeitung gesehen. Das war auf der Arbeit. Da habe ich all meinen Kollegen erzählt, dass Sie meine Lehrerin sind.“
Martin reist aus Norderney an. Er weiß, dass er als einziger in meinem Roman vorkommt. Er ist der Kurarzt mit den Winterschwimmern.
Und natürlich Meier, mein langjähriger Hund. Er läuft über etliche der 320 Buchseiten. Das ist gut, denn im vergangenen Jahr musste ich mich von ihm für immer verabschieden.

Ich bin ganz benommen von so viel Interesse. Ob sie alle am Ende mein Buch überhaupt mögen werden?

Ich kaufe sehr viel Gemüse ein auf dem Wochenmarkt, weil es am Samstagmittag hier Suppe gibt für alle Weitgereisten, die noch ein bisschen Zeit haben, bevor sie sich wieder auf den Weg machen.

Und Lisca? Den Hund einfach mitnehmen?
Es werden noch ein paar Entscheidungen zu treffen sein bis Freitag, Gästebetten bezogen, Stühle aufgestellt.

Es ist eine anstrengende Angelegenheit, die von meinem 50. Geburtstag im nächsten Jahr im Grunde schon jetzt nicht mehr zu toppen ist.
Aber es ist auch eines der größten abenteuerlichen Vergnügen, die ich in den letzten Jahren erlebt habe.

Wie ich mich freue!


Als Sabine herausfindet, dass ihr Mann ein Geheimnis hat, gerät ihr gewohntes Leben aus den Fugen. Auf Norderney sucht sie Abstand und begegnet ihrem früheren Kollegen Jochen, von dem sie mehr als Weihnachtsbriefe in den letzten Jahren nicht gesehen hat. Auch sein Leben ist nicht so verlaufen wie geplant. Zusammen stellen sie sich dem, was nicht in ihren Briefen stand, und feiern ein außergewöhnliches Weihnachtsfest.

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