Einfach nichts tun. Kann ich nicht. Will ich nicht.
Das tun, was schon so lange rumliegt und mich ärgert. Au ja. Weg damit.
Das tun, was ich schon ganz lange will und wo ich immer nicht zu komme. Endlich.
Und wo? Am liebsten zuhause.
Der Garten blüht insektendurchsummt vor sich hin, und die Vögel nehmen die Badegelegenheiten auf dem Holzdeck gern an.
Dem Eichhörnchen haben wir einen Namen gegeben, seitdem es regelmäßig kommt und die Vogelfutterstation plündert.
Nicht immer Sonne, aber manchmal. Wie das Leben so ist.
Macht nichts, wenn man einen Holzofen hat.
Warum sollte ich ausgerechnet jetzt wegfahren? Jetzt, wenn es hier am allerschönsten ist.
Ich würde mich in Staus stellen oder in Flughafenwarteschlangen und dabei – wie auch immer – meinen ohnehin bedenklichen ökologischen Fußabdruck weiter in den ruinösen Bereich treiben. Ich würde als Touristin unterwegs sein, erkennbar an den Birkenstocksandalen und der Landkarte im Handgepäck. Ich würde mit großer Wahrscheinlichkeit in Länder reisen, in denen die Menschen unter wesentlich schlechteren Bedingungen leben als ich. Ich würde ihnen zu Spott- oder Wucherpreisen Espresso abkaufen, je nachdem, wo es wäre.
Ich würde mich fremd fühlen und wäre es auch.
Ich würde mich schämen.
Das tue ich auch so, wenn ich hier zuhause bin und ernsthaft nachdenke über die Zusammenhänge des internationalen Lebens auf dieser Erde.
Aber ich muss mich dabei nicht auch noch unbedingt zum Konsumaffen machen.
Ich ruhe mich einfach ein bisschen aus zuhause. Jenseits des Stundenplans.
Tage ohne Uhr und Strümpfe.
Ich bleibe.
Und schreibe.

Da mach ich doch einfach mit!
O.K., ich stelle eine Goldrandtasse dazu. Kannst kommen.